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Fischstäbchen

48, meine Nummer ist die 48, auf der Liste. Gefunden? Haben Sie mich gefunden? Ich spreche heute für Fischstäbchen vor. Den Spot meine ich, mit dem Boot auf der Nordsee.  

 

Soll ich dann? Stehe ich richtig? Gleich hier? Wo wäre die Kamera? Das könnte dann, ich meine, ich müsste … wohin muss ich sprechen? Dahin? Gut, also, ich fange an: Fischstäbchen. Moment, kurze Konzentration.

 

Ach, entschuldigen Sie bitte, aber, eine Sache wäre da noch: das Licht. Könnten Sie kurz diese Lampen … die Strahler blenden ziemlich arg. Das ist zu hell, kaum auszuhalten, ich sehe praktisch gar nichts. Wie bei so einer Laserbehandlung, grauer Star auf der Netzhaut, beim Augenarzt. Kennen Sie? Nicht? Egal. 

 

Wenn Sie es dann runterdrehen könnten? Geht das? Dimmen, sagt man das so? Wenn nicht, ich trete auch gern beiseite, auf die Seite, aus dem Lichtkegel raus. Das ginge, wenn der Techniker es nicht sofort …

 

Oh je. Haben Sie das … mein Magen. Ziemlich laut, sorry, die Aufregung, es brummelt und grummelt. Ich habe heute Morgen nur einen Kaffee getrunken, weil, wenn ich so viel Text hersagen muss, dann geht gar nichts mehr, mit Essen. Erst viel später, danach, und ich habe ja nicht gewusst, dass es heute so viele Leute sind und so lange dauert. Dann das Gerede von Fischstäbchen, die ganze Zeit, macht es auch nicht besser. 

 

Apropos, wie sieht es eigentlich mit der Verpflegung während des Drehs aus? Gibt es nur Fischstäbchen? Ich bin da alles in allem vollkommen unkompliziert. Hauptsache, es gibt was, zwischen die Kiemen, für danach. Ich könnte es auch mitnehmen, nach Drehschluss, dann spart man sich das Catering vor Ort, die Leute. Wenn man es in kleine Warmhalteboxen tut, bleibt das lange frisch. Hatten wir bei dieser Serie, in der ich mitgespielt habe, Gastrolle Mirko Mettmann, steht in meinem Lebenslauf, unter 2009.

 

Und der Bart, das wollte ich auch gleich fragen, damit ich mich darauf einstellen kann: Ist das obligatorisch? Weil, wenn es warm wird, am Set, der Schweiß und Kleber, da bekommt man schnell Ausschlag. Ich bin ja nicht zimperlich, alles für die Kunst. Aber trotzdem, muss ja nicht sein, wenn es vielleicht gar nicht nötig ist.

 

Ja gut, der Fischstäbchen-Text dann jetzt. Und mit dem Licht hier, das geht schon. Obwohl … ist denn wirklich keiner von der Technik da? Da muss man bloß an einem Regler drehen. Nach unten und es wird dunkel. 

 

Ist da überhaupt noch jemand? Hallo? Nicht, dass ich mir hier einen Wolf spiele, und dann sind alle zu Mittag gegangen. Sagt mal einer was? Hallo? Ich höre doch jemanden atmen.  

 

Fischstäbchen? Soll ich … die Sätze mit den Fischstäbchen, jetzt, den Text sagen? In einem durchsprechen oder mit Pausen? Hallo? Alles still, keiner sagt was. Ja so ein Sauhaufen.

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Kommentare: 3
  • #1

    Stev (Dienstag, 01 November 2022 09:00)

    Oh Gott, dass kenne ich!!

  • #2

    Liam Schmidt (Donnerstag, 03 November 2022 09:23)

    Sehr cool.

  • #3

    David Freudenberg (Donnerstag, 24 November 2022 12:28)

    Bitte mehr davon! Viel mehr!

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Lektorat Stephan Eckel: Camilla Winterroth www.camilla-liest.de