1.6.2021


Stephan Eckel Sie muss tanzen

Komödie

Veröffentlichung: 2021

Personen: 2 (1D, 1H) 

1 Dekoration

SAG JETZT NICHTS

»Das ist dann aber ein ganz schön beschissenes Happy End.«

 

Leia ist von Luke genervt, Luke findet Leia mehr als anstrengend – so weit eine normale amerikanische Ehe, die nun vor Gericht ein jähes Ende finden soll. Zwei Anwaltskanzleien wurden beauftragt, alles Nötige für eine schnelle Scheidung in die Wege zu leiten. Was an sich nichts Besonderes wäre, handelte es sich nicht um zwei überaus prominente Persönlichkeiten der High-Society.

 

Dementsprechend wird mit harten Bandagen um die Besitztümer gekämpft: Wer bekommt das Apartment in New York, das Sommerhaus, den Picasso, den Bentley? Wer hat sich wann um Hund (Miss Daisy) und Kinder (Vanilla Malou und Apollo Bronx) zu kümmern? Und wer bezahlt eigentlich Alimente an wen in welcher Höhe?

 

Leia wirft Luke vor, sie ohne jegliche Erklärung verlassen zu haben, diverse Affären zu unterhalten, ein unzuverlässiger Vater zu sein und sie für eine weit jüngere Frau eintauschen zu wollen. Luke wirft Leia im Gegenzug vor, ihm das Leben zur Hölle zu machen, eine grauenvolle Mutter zu sein, sich lediglich um ihr Vergnügen zu kümmern und dabei sein Geld mit beiden Händen aus dem Fenster zu werfen.

Eine Annäherung rückt in weite Ferne; die Anwälte schlagen einen Vergleich vor, um einem langen Prozess vorzubeugen.

 

So finden sich Leia und Luke plötzlich in einem winzigen Raum wieder, wo sie mittels einer Liste ihre Vermögenswerte aufteilen sollen; wobei keiner von beiden gewillt ist, dem anderen auch nur einen Cent abzutreten oder anderweitig entgegenzukommen. Mehr noch: Leia hat längst begonnen, den Ruf ihres untreuen Ehemanns derart zu schädigen, dass es fraglich ist, ob er sich jemals davon erholt. Wie Luke wohl darauf reagieren wird? Vielleicht kann ja seine Assistentin Lynn Licht in die Sache bringen …

 

»Sag jetzt nichts« ist eine bitterböse Beziehungskomödie auf hohem Niveau, in der man manches Hollywood-Paar im Rosenkrieg wiedererkennen mag. Zwischen den Eheleuten kracht es nahezu filmreif, und schon nach kurzer Zeit hat man das Gefühl, dass es eigentlich nicht schlimmer kommen kann; und dann doch kommt.

 

Oder um es mit Leias Worten zu sagen: »Wenn du weinen willst, dann mach nur – stört mich nicht.«


7.5.2021


Alle Informationen zur Uraufführung: www.hoftheater-bergkirchen.de

13.2.2021


Vorfreude!

Inszenierung: Tabea Nora Schattmaier

Bühne und Kostüme: Rabea Stadthaus

Dramaturgie: Reinar Ortmann

mit: Matthias Guggenberger, Arno Kempf, Maren Kraus, Markus Penne, Christiane Wilke

Trailerproduktion: Linda Breda Medienproduktion

Informationen: burghofbuehne-dinslaken.de

3.11.2020


Aus gegebenem Anlass: Kurzgeschichte »Nation«

www.yumpu.com/de/document/read/64742243/kurzgeschichte-nation-stephan-eckel

9.10.2020


DOTTY: Mit wem waren Sie denn verabredet?

LEWIS: Einer Dame.

JACKIE: Da haben Sie sich wohl eindeutig in der Tür geirrt!

 

Eine luxuriöse Hotelsuite während der Filmfestspiele in Cannes: Jackie Otis und ihr Liebhaber Ramón streiten, es wird mit harten Bandagen gekämpft. Er hat sie nicht nur betrogen und sich großzügig an ihrem Konto bedient, sondern versucht sich neuerdings auch noch als Erpresser! Droht damit, ein wohlbehütetes Geheimnis gegenüber der Presse zu lüften, was das Ende ihrer Karriere bedeuten könnte. 

 

Die Diva beschließt daraufhin, tatkräftig unterstützt von ihrer persönlichen Assistentin Dotty, den Widerling endgültig aus dem Weg zu räumen. Ganz nach Vorbild eines alten Films plant sie einen Lunch, bei dem Ramón nach allen Regeln der Kunst vergiftet werden soll.

 

Dabei kommt ihr der trottelig-verwirrte Lewis Jerry gerade recht, der bei einem Preisausschreiben ein Treffen mit dem Filmstar gewonnen hat. So liefert er nicht nur den perfekten Anlass für diesen Lunch, sondern soll darüber hinaus als unbefangener Zeuge gegenüber der Polizei fungieren.

 

Womit niemand rechnet, ist das höllische Chaos, das Lewis in kürzester Zeit entfesselt. Alles geht schief, was nur schiefgehen kann, die Situation eskaliert – plötzlich fällt ein Schuss, und es gibt tatsächlich eine Leiche. Aber ist es auch die richtige?  

 

LEWIS: Eine Pistole? Das ist ja interessant! Aber gar nicht wie im Film.

Muss ein alternatives Ende sein, so eine Art Bonus-Material …

 

MISS OTIS LÄSST BITTEN ist eine überdrehte Komödie, die schon in den ersten Minuten rasant Fahrt aufnimmt und das Publikum dann stetig in Atem hält; die Zuschauer von einer Lachsalve in die andere schüttelt und den Schauspielern einiges an Tempo und Timing abverlangt.

18.9.2020


Neue Agentin!

Ab sofort werde ich im Bericht Film & Fernsehen von Rita Serra-Roll vertreten.

Agentur Serra-Roll | www.agenturserraroll.de

29.8.2020


28.7.2020


Theater zum Lesen – jetzt unter www.stephan-eckel.com/verlag bestellen!

19.4.2020


Link zu den Stücken

18.4.2020


Link zum Buch: www.castingtexte.de

3.3.2020


Neue Homepage »Der Souffleur« mit Giovanni Arvaneh: www.der-souffleur.de

11.2.2020


DIE LETZTE BEICHTE

 

Eine rabenschwarze Komödie

Personen: 2 (1D, 1H) / 1 Dekoration 

 

Ein Pfarrer mit einem dunklen Geheimnis. Eine Frau mit einer Mission. Eine Beichte, bei der zum Schluss alles ans Licht kommt.

 

Pfarrer Michael arbeitet als Seelsorger in der bayrischen Provinz. Eines Morgens steht Ruth in seiner Kirche und will unbedingt ihre Sünden beichten. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt und dabei ihren Glauben verloren, sucht nun spirituelle Hilfe. Als Michael ihr lediglich ein paar recht allgemein gehaltene gute Ratschläge erteilt, eskaliert die Situaion.

 

»Die letzte Beichte« beginnt als beschwingte Komödie und fliegt den Zuschauern im zweiten Akt sprichwörtlich um die Ohren. Denn nichts ist so, wie es scheint, und das bittere Ende naht bereits. Eine Geschichte, an der Altmeister Alfred Hitchcock sicher seine Freude gehabt hätte.

16.10.2019


DIE MENSCHENSAMMLER

Stück / Personen: 4 (2D, 2H) / 1 Dekoration

»Ihr wollt mich offensichtlich so sehr von dieser Sache abbringen, dass ich mir mittlerweile doch Gedanken darüber mache, was passiert, wenn ich es wirklich tue. Die Konsequenzen. Sich von so etwas großen abzuwenden könnte vielleicht gefährlich sein.« Sheryl

  

Es ist nicht leicht, sich von jemandem zu trennen, der praktisch alles über einen weiß. Diese Erfahrung macht auch Sheryl, als sie versucht ihr Profil im sozialen Netzwerk zu löschen. Mit ihrem Anliegen sogar vor Ort im Hive, einer riesigen Serverfarm, erscheint und dort mit drei sehr unterschiedlichen Avataren konfrontiert wird. Im Gespräch mit diesen virtuellen Präsenzen muss sie feststellen, dass auch die Kündigung ihrer Mitgliedschaft nur Teil des Systems ist und diesem als Nahrung dient. 

Link zum Stück bei www.theatertexte.de

12.9.2019


»ALLES ÜBER LIEBE« THEATER IM RATHAUS ESSEN

mit RENAN DEMIRKAN, TANJA SCHUMANN und GIOVANNI ARVANEH

Regie: Jürg Schlachter / 12.9.2019 – 13.10.2019   Link zur Homepage

Link zur Komödie bei www.theatertexte.de

19.8.2019


Kirschen für Rom

Komödie von Hans Hömberg

in einer Bearbeitung von Stephan Eckel

Personen: 8 (2D, 6H) / 2 Dekorationen

»Ein Garten am Stadtrand Roms? Wie nahe manchmal die Gedanken der großen und kleinen Leute beieinanderstehen.« Lucullus

 

Hans Hömberg wurde 1903 in Berlin geboren. »Kirschen für Rom« entging im Gegensatz zu anderen Stücken des Autors der nationalsozialistischen Zensur und wurde 1940 mit Gustaf Gründgens als Lucullus uraufgeführt. Dies ist besonders beachtenswert, stellt der Text doch durch seinen Appell für Frieden und Freiheit eine deutliche Kritik am Nationalsozialistischen System dar. Mehr noch: die Komödie über einen kriegsmüden Feldherrn mit humanistischen Idealen wurde Hömbergs größter Bühnenerfolg. Angesichts der augenblicklichen politischen Entwicklungen und in einer Zeit, in der globale Krisen den Frieden bedrohen, ist das Stück heute so aktuell wie damals. 

 

Der römische Feldherr Lucullus liebt die Kultur, gutes Essen und schöne Frauen – er ist ein Genussmensch durch und durch. Auch heute lässt er sich von seinem Koch und Vertrauten Faliscus ein köstliches Menü zaubern und freut sich auf ein Festmahl mit seiner Geliebten Fotis. Doch der Abend verläuft anders als geplant. General Pompeius taucht auf und überbringt einen Marschbefehl: Um Mitternacht soll Lucullus an die Front nach Pontus und dort die römischen Truppen zum Sieg führen.

 

Monate später: Lucullus hat die Truppen des Großkönigs Tigranes besiegt und ihn gefangengenommen. Doch während Rom von Lucullus die übliche wirtschaftliche Ausbeutung der besiegten Provinz erwartet, um die eigenen Staatskassen zu füllen, hat der idealistische Feldherr andere Vorstellungen vom Umgang mit Unterlegenen. Eine blühende Provinz will er erschaffen, die fälligen Bußzahlungen erlässt er dem besiegten Großkönig kurzerhand.

 

Zu Hause wartet unterdessen Fotis ungeduldig auf die Rückkehr des Geliebten. Zur Aufmunterung lässt Lucullus ihr von seinem Adjutanten Martius Kirschzweige überbringen – ein ganz besonderer Gruß, denn Kirschbäume sind bis dato in Rom unbekannt. Lucullus selbst ist begeistert von den Bäumen, die im Frühling das Land mit einem zarten Blütenmeer überziehen und wenig später köstliche Früchte liefern. Sein Geschenk soll deshalb nicht nur Fotis aufheitern, sondern auch die Kirschen nach Rom bringen. Die Geschenkübergabe hat jedoch ungeahnte Folgen: Martius verliebt sich unsterblich in die schöne Fotis und die beiden heiraten.

 

Während Lucullus in der Ferne seinen Idealen nachgeht, will man seine allzu große Menschlichkeit in Rom nicht länger dulden. Pompeius wird nach Pontus geschickt, um ihn abzusetzen, den Oberbefehl zu übernehmen und die überfälligen Kriegsschulden einzutreiben.

 

Jahre später: Lucullus lebt in friedlichem Einvernehmen mit Fotis und Martius in Rom, genießt Faliscus' Küche und erfreut sich an den inzwischen auch hier heimischen Kirschbäumen. Während Martius ein gutes Geschäft mit den Früchten wittert, will Lucullus kostenlose Kirschen für alle. Gärtner statt Soldaten, das ist seine Zukunftsvision für die Bürger Roms, die allerdings nicht überall auf Gegenliebe stößt. Und so bleibt ihm nur der Wunsch, wie man sich einmal an ihn, den ehemals erfolgreichen Feldherren erinnern soll: »Und wenn es eines Tages so weit ist, dann soll man fröhlich sagen: Das war Lucullus. Trotz seiner Fehler hat er nicht umsonst gelebt, da er die Kirsche nach Rom brachte.«

Link zur Komödie bei www.theatertexte.de

28.6.2019


SIE MUSS TANZEN!

Schauspiel / Personen: 3 (1D, 2H) / 1 Dekoration

Die zehnjährige Élodie wird von der bekanntesten französischen Elite-Schule für Ballett verwiesen, obwohl sie eindeutig hochbegabt ist. Die entsetzten Eltern beschließen, dies nicht hinzunehmen. Madame und Monsieur Decaudin bringen sich in Stellung und kämpfen mit allen Mitteln um die Zukunft ihrer Tochter: Denn Élodie muss tanzen!

 

»Es tut uns leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Ihre Tochter nicht weiter unterrichten können. Ihr fehlen leider – aus unserer Sicht – das Talent und die körperlichen Voraussetzungen für eine Karriere als Tänzerin.« Die Worte des Schulleiters Monsieur Laurent sind nur schwer zu verdauen, treffen die Eltern von Élodie vollkommen unvorbereitet. Sah Madame Decaudin ihre Tochter doch bereits als Primaballerina auf den berühmtesten Bühnen dieser Welt tanzen — und jetzt so was?! Zuerst vermutet sie noch einen bösen Scherz, dann steht sie kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Monsieur Decaudin hingegen trauert vor allem dem Geld nach, das er bislang in den Unterricht seiner Tochter investiert hat. Und generell werden einfach zu viele Ausbildungsplätze an Ausländer vergeben … aber das ist wohl ein anderes Thema. Monsieur Laurent nimmt sich für dieses heikle Gespräch viel Zeit, besonders um die Beweggründe hinter diesem harten Urteil möglichst einfühlsam zu erläutern. Läuft damit aber leider voll gegen die Wand, macht es mit seiner ruhigen und gelassenen Art eigentlich nur noch schlimmer. Die Eltern geloben zuerst Besserung, versuchen es dann mit Bestechung und betteln um Nachsicht. Schließlich beschimpft man sich exzessiv und verstrickt sich in gegenseitigen Schuldzuweisungen. Und bald wird klar: Madame Decaudin wird das Büro erst verlassen, wenn Élodie noch eine weitere Chance bekommt. Ob sich der Schulleiter wohl derart erpressen lässt?

 

Ein bitterböses Stück, das auf recht drastische Weise das Ziel vieler rund-um-die-Uhr-besorgter Helikopter-Eltern illustriert, dass es der Nachwuchs doch bitte einmal besser haben solle als man selbst. Koste es, was es wolle – und, wenn es sein muss, sogar gegen den Wunsch des Kindes.

Link zum Stück bei www.theatertexte.de

10.5.2019


Das Leben ist ein Fest

Eine Komödie von den Erfolgsautoren Eric Toledano und Olivier Nakache

in einer Bühnenfassung von Stephan Eckel

Sprechtheater / Komödie

Nach dem Riesenerfolg von ZIEMLICH BESTE FREUNDE präsentieren die Regisseure und Autoren Eric Toledano und Olivier Nakache ein weiteres Mal eine großartige französische Gesellschaftskomödie voller Herz und Humor, unvorhergesehener Wendungen und schreiend komischer Momente!

 

Kann einem Hochzeitsplaner etwas Schlimmeres passieren als eine Hochzeitsgesellschaft, die im Stau steht, ein Fotograf, der sich daneben benimmt, eine Band, die kurzfristig absagt, ein verdorbenes Buffet, und ein Team, das wegen einer Lebensmittelvergiftung ausfällt? Wenn dann noch die eigene Frau die Scheidung will und der Schwager in der Braut die große Liebe seines Lebens erkennt, ist das Chaos perfekt!

 

Das Stück ist in zwei Spielfassungen verfügbar:


GROSSE BESETZUNG

1 Dekoration

5D, 10H + Statisten + Band

KLEINE BESETZUNG

1 Dekoration

3D, 8H


Link zur Komödie bei www.theatertexte.de

Link zum Filmtrailer auf Youtube

9.4.2019


6 Fragen zum MONOLOG »Der Souffleur«

Julia Oellingrath: Ihr Stück dreht sich um die Figur des Souffleurs – was hat Sie an dieser Figur besonders interessiert?

 

Stephan Eckel: Die selbst gewählte Einsamkeit, in der Rainald Grün existiert. Er verbringt sein ganzes Leben zwischen all diesen interessanten Menschen und bleibt doch von Ihnen weitestgehend ungesehen und unberührt. Ein wahres Kunststück – das ist, als wenn man beim Schwimmen nicht nass wird. Und auch ein gutes Synonym für das Leben in unserer Zeit, in der kaum noch jemand seinen Nachbarn kennt. 

 

Julia Oellingrath: Der Souffleur zitiert in dem Stück, das an dem fraglichen Abend gegeben wird, ausgiebig aus Goethes Faust. Wieso haben Sie diesen Klassiker als Dreh- und Angelpunkt des Stücks gewählt?

 

Stephan Eckel: Es ist eines der Dramen der deutschen Literatur, mit denen jeder schon mal irgendwie in Berührung gekommen ist. Im besten Fall durch einen spannenden Theaterabend – im schlimmsten durch einen gelangweilten Deutschlehrer. Ich habe für den Monolog einen Stoff ausgewählt, der in den Figuren und deren Beziehungen zueinander für den Zuschauer leicht greifbar ist. Da passiert doch schon einiges im Kopf, wenn man nur die Namen hört: Faust, Mephistopheles, Gretchen … 

 

Julia Oellingrath: Der Souffleur sieht sich als zentrale Figur am Theater und kritisiert alle anderen Beteiligten: die Schauspieler, die Regisseure, die Bühnentechniker, das Publikum. Ist das die Frustration eines Ungesehenen, der nicht von dem Applaus profitieren darf?

 

Stephan Eckel: Es ist vor allem die Frustration darüber, praktisch unsichtbar zu sein. Selbst wenn Rainald mal ein wenig Aufmerksamkeit in seinem kleinen Souffleur-Kasten zuteilwird, ihm der Regisseur gar beim Verbeugen gestisch dankt, steht am nächsten Tag nur in der Presse: »Jörg Metzger dankt dem Bühnenboden.« Das deprimiert.

 

Julia Oellingrath: Gretchen als Sehnsuchtsfigur – wieso ausgerechnet das Gretchen?

 

Stephan Eckel: Das Gretchen ist für mich eine faszinierende Frauenfigur; die Kästchen-Szene wird nicht ohne Grund bei vielen Vorsprechen von Schauspielerinnen vorgetragen. Gerade wegen ihrer Unschuld und Reinheit, gemischt mit viel Lebensfreude und einem Hauch Tragik, bietet sie viel Raum für jegliche Art von Interpretation. Für den Monolog »Der Souffleur« war es für mich besonders spannend, verschiedene Gretchen-Typen an einem zentralen Punkt des Textes zusammenzuführen. Und dann einer Figur zu folgen, die sich, trotz der Widersprüchlichkeit der unterschiedlichen Varianten, immer wieder in dieselbe Rolle verliebt – was ja im Grunde vollkommen absurd ist, aber eben auch sehr unterhaltsam.

 

Julia Oellingrath:  Das Stück ist ein Monolog, dementsprechend zentral ist die Auswahl des Schauspielers. Wie sind Sie dabei vorgegangen?

 

Stephan Eckel: Gar nicht. Denn da kann man als Autor eigentlich nur hoffen, dass es gut geht! Ich habe mit der Besetzung nichts zu tun, das bleibt vollkommen den Theatern überlassen und ist auch gut so. Ich war allerdings überglücklich, als ich von meinem Verlag erfuhr, dass Giovanni Arvaneh sich für die Uraufführung in München dieser Herausforderung gestellt hat. Ich kenne ihn schon aus meiner Komödie »Alles über Liebe« in der Rolle des Carlos, mit der er seit ein paar Jahren regelmäßig auf Tournee geht. Da konnte ich sicher sein, dass die Figur im Spiel über die nötigen Höhen und Tiefen verfügt und sich daraus für das Publikum eine unterhaltsamer und spannender Theaterabend ergibt.

 

Julia Oellingrath:  Wie sehen Sie die deutschen Stadttheater als Institution? Welche Rolle spielen sie in der heutigen Gesellschaft und welche könnten sie spielen?

 

Stephan Eckel: Das Theater kämpft aus meiner Sicht im Einklang mit Literatur, Musik und Kunst an vorderster Front gegen die fortschreitende Verblödung der Menschheit – auch den Trump-Effekt genannt. Die Leute interessieren sich ja immer weniger für Dinge außerhalb ihrer Komfort-Zone und der flachen Bildschirmwelt. Vor Kurzem saß ich vor der Leiterin eines kleinen Theaters, die mir ohne Umschweife und Scham erklärte, dass sie ja eigentlich nichts liest. Also hat die Verdummung sogar bereits hier eingesetzt. Das ist eine schlimme Entwicklung, gegen die wir als Kreative mit Fantasie, Humor und Leidenschaft vorgehen müssen! Sonst stehen uns wirklich düstere Zeiten bevor.

 

Link zur Presse-Agentur Huber & Oellingrath

18.3.2019


ES IST ALSO LIEBE

Komödie / Personen: 5 (3D, 2H) / 1 Dekoration

Er ist jung, er ist sexy, er ist sehr angesagt. 

 

Der Modedesigner Hermès Fontaine führt das Leben eines kleinen Sonnenkönigs, betreibt sein Atelier im schönsten und mondänsten Stadtteil von Paris. Alles könnte perfekt sein, wäre da nicht ein winziges Detail – denn obwohl dem genialen Couturier zahlreiche Männergeschichten nachgesagt werden, ist dieser heterosexuell. Was natürlich keinesfalls in der Öffentlichkeit bekannt werden darf, denn es wäre sicher in höchstem Maße geschäftsschädigend! 

 

Und so kommt es, wie es kommen muss: Die Versuchung hält in Form der hübschen, gut gelaunten Fanny im Leben des Designers Einzug. Ob das gut gehen kann? 

Link zur Komödie bei www.theatertexte.de

19.1.2019


DER SOUFFLEUR

ein Monolog von Stephan Eckel

gespielt von Giovanni Arvaneh (UA)

Regie: Jürg Schlachter 

Link zur Homepage der Uraufführung

DER SOUFFLEUR

»Ich muss doch … natürlich Goethe! Ich mach den Goethe! Heute Abend spielen wir Faust. Nein, nicht das zigste Mal, Nummer 28 in dieser Spielzeit. Ja sicher, ich zähle mit. 483 insgesamt, die Abstecher nicht mitgezählt, in all den Jahren. Und trotzdem! So ein Text lernt sich nicht von allein, auch der Souffleur muss sich vorbereiten. Allein der Vortrag macht des Redners Glück.«

 

Rainald Grün ist von Beruf Souffleur an einem Stadttheater. Und wäre das nicht an sich schon schlimm genug, so leidet er dort ganz fürchterlich unter Regisseuren mit Gottkomplex, unprofessionellen Schauspielern und einem affektierten Publikum. Sein Leben wäre sicher unerträglich, gäbe es da nicht die Liebe seines Lebens, das Gretchen aus Goethes Faust, in das er sich bei jeder Inszenierung aufs Neue verliebt. 

 

»Da kann man noch solch einen ollen Wischmopp auf die Bühne stellen, eine Fehlbesetzung von Kopf bis Fuß … es ist doch stets mein Gretchen.« 

 

Ein Monolog gespickt mit Goethe-Zitaten. Man erfährt einiges über das Leben und Leiden am Theater und die große Liebe zur Literatur. Und wie man trotz aller guten Vorsätze am Ende doch zur Hölle fährt … 


Link zum Monolog bei www.theatertexte.de

12.11.2018


JETZT NEU! Alle Stücke von Stephan Eckel bei www.theatertexte.de

24.8.2018


EIN LOCH IN DER WAND

eine Bürokomödie / Personen: 5 (2D, 3H) / variable Dekoration

Ein Loch in der Wand – plötzlich ist es da. Es lässt sich weder wegdiskutieren noch aussitzen. Man fragt sich unter Kollegen: Woher kommt es? Was muss getan werden? Und vor allem: Wer ist schuld?

 

Herr Schneider bestimmt nicht, denn der hat wirklich alles Menschenmögliche unternommen, damit es nicht schlimmer wurde. Wohl auch kaum der junge Herr Maier, der eigentlich im Außendienst arbeitet und nur zufällig vor Ort war. Und über Herrn Wagner kann man in der Beziehung auch nichts Negatives sagen, denn der hat sogar extra eine unterstützende Maßnahme angeordnet. 

 

Haben wir jemanden vergessen? Ach ja, die gute alte Frau Schmitt. Die hinter ihren Papierbergen hockt und dadurch leicht zu übersehen ist. Aber sowieso über jeden Verdacht erhaben scheint, da sie als einzige, gewärmt durch Tee mit Rum, in der Abteilung noch die Stellung hält.

 

Die Situation scheint festgefahren – bis Herr Schneider endlich die Dinge in die Hand nimmt. Jetzt wird aufgeräumt, es bricht ein neues Zeitalter an! Ob die Mitarbeiter das wollen oder nicht.

 

Eine Komödie mit Tempo und Sprachwitz, die immer wieder die Grenze des Surrealen streift. Denn im Wirbel um Kompetenzen, Zuständigkeiten und Befindlichkeiten verliert man leicht den Überblick.

Link zur Komödie bei www.theatertexte.de